Identitäten

Auch im Sommersemester plant Powision wieder eine Ausgabe des Powision-Magazins. Arbeitstitel: Identitäten

Identitäten, soziale Rollen, Begriffe, Identitätspolitik, Identifizieren. All das sind zum einen sozialwissenschaftliche Begriffe und Modelle, die von Anbeginn des Studiums eine wichtige Rolle spielen und insbesondere in der sogenannten Postmoderne enorme Konjunktur haben. Zum anderen lassen sich mit diesen Begriffen genauso ästhetische, naturwissenschaftliche oder gar ganz profane Alltagsdiskurse führen. So soll man sich mit seinem Beruf „identifizieren“, weil die „Chinesen“ uns sonst überholen. Man diskutiert über Gewaltprobleme mit „Migrantenkindern“, fordert mehr Rechte für „Homosexuelle“ und hat „weiß Gott“ nichts gegen „Farbige“. Auf der anderen Seite verwahrt man sich dagegen „auf eine Rolle reduziert“ zu werden und „flexibilisiert“ sich um den rapide wechselnden Anforderungen der Wissensgesellschaft gerecht zu werden.

Ob in Einzahl oder Mehrzahl: Identitäten prägen den Umgang miteinander, ermöglichen Zuschreibungen und Zuordnungen und führen selbst dazu, dass man in „Schubladen geschoben“ wird. Diese identitären Zuschreibungen stehen im Mittelpunkt der neuen Ausgabe von Powision. Ob im Großen als Nationalität, Staatsbürgerschaft, Ethnizität, Gender oder im Kleinen als „Spießbürger“, „Ultra“ oder „Emo“: Die Beiträge dieser Ausgabe zirkulieren um die Fragen, ob und wie Identität konstruiert wird, welche Fallen und welche Vorzüge bestimmte Identitäten „besitzen“ oder wie sie anderen abgesprochen werden können. Nicht zuletzt geht es auch um die Auseinandersetzung mit dem Thema: Wo zieht man die Linien zwischen „ich“ und „Du“, „zwischen“ „wir“ und „es“? Interessierte aller Fachrichtungen werden dazu aufgefordert, sich mit eigenen Fragestellungen und Ansichten in die Debatte einzumischen und gerade auch Perspektiven zu eröffnen, die vielleicht im öffentlichen Raum bisher zu kurz gekommen scheinen.

Der Umfang der Beiträge soll ca. 8000 Zeichen inkl. Leerzeichen und Fußnoten (entspricht etwa 1,5 Seiten mit Times New Roman und Schriftgröße 10) betragen, um Harvardzitierweise wird gebeten. Redaktionsschluss ist der 10.07.2010! Gerne stehen wir für weitere Nachfragen zur Verfügung und schicken auf Wunsch auch ein pdf-Dokument der letzten Ausgabe zu.

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